Predigten & Impulse

Hier versuchen wir immer mal wieder schon gehaltene Predigten in schriftlicher Form zu veröffentlichen.

Wir wünschen Ihnen Gottes reichen Segen und ein »hörendes Herz«!

Sie können uns natürlich gern an Ihren Erfahrungen, sowie Kritik & Lob in Form eines Kommentars teilhaben lassen oder eine persönlichen Nachricht an unsere Pfarrer schicken.

"Ich kann alles!"

Wenn ein Vierjähriger sagt „Ich kann alles!" dann schmunzle ich. In diesem Alter fehlt einem einfach noch die realistische Selbsteinschätzung. Es gehört zur Reife eines Menschen, auch die eigenen Begrenzungen zu kennen und anzuerkennen. Ich kann nicht alles. Immer wieder werden mir meine Grenzen, manchmal auch schmerzhaft, vor Augen geführt. Beim ersten Lesen klingt der Monatsspruch für den Monat Mai wie der unreife Satz des Vierjährigen: „Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt." (Philipper 4,13) Paulus schreibt diesen Satz an die Christen in Philippi im heutigen Griechenland. Er sitzt im Gefängnis, während er diesen Brief schreibt. Und er spricht auch nicht von grenzenloser Selbstüberschätzung, sondern von seinem Vermögen, mit durchaus misslichen Situationen umzugehen. Er schreibt davor: „Ich habe gelernt, in jeder Lage zurechtzukommen: Ich kenne Mangel, ich kenne auch den Überfluss. Alles und jedes ist mir vertraut: das Sattsein wie der Hunger, der Überfluss wie die Not." (4,11-12)

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Darum ehrt Gott, indem ihr einander annehmt, wie Christus euch angenommen hat.

Liebe Gemeinde!
Besitzen Sie auch so einen Flickenteppich, wie er auf dem Gemälde von Stefanie Bahlinger zur Jahreslosung abgebildet ist? Ganz unterschiedliche Stoffflicken sind darin zu einem schönen Ganzen verwebt, grobe und feine Muster, helle und dunkle Farben wechseln einander ab. Auf dem Gemälde ist der Flickenteppich ein Symbol für die Kirche. Sie besteht ja aus ganz unterschiedlichen Menschen, unterschiedlichen Kirchgemeinden, ja unterschiedlichen Konfessionen. Es gibt in den weltweiten Kirchen und auch bei uns in der Sächsischen Landeskirche ganz verschiedene Weisen, Christ zu sein. Ich stelle mir vor, dass Gott wie ein Schneidermeister im Flickenteppich Kirche die unterschiedlichsten Stoffe zusammengefügt hat.

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Adventszeit

Die letzten Wochen des Jahres stehen vor der Tür. Adventszeit, das heißt kahle Bäume und früh ist es noch dunkel. Die Vögel singen nicht mehr, manchmal liegt auch  schon Schnee. Adventszeit, das heißt für mich viele Kerzen und gemütliche Stunden, Räucherkerzchen und manch ungewohnte Gerüche. Adventszeit, das bedeutet für mich aber auch hektische Betriebsamkeit, Geschenke fürs große Fest besorgen, Feiern, vieles noch versuchen fertig zu bekommen. Sicher kann man da einiges auch mal entschleunigen oder ganz lassen. Weniger ist manchmal mehr. Aber machen wir uns nichts vor: So ganz kommen wir da nicht raus. Und so kann einem bei der ganzen Hektik schon mal der Atem ausgehen und die Freude verloren gehen. Verständlich. Und darum werden wir in der Adventszeit auch ganz ausdrücklich aufgerufen, uns zu freuen. Paulus tut es in seinem Brief in die Christen in Philippi gleich zweimal: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!“ (Philipper 4,4-5; Wochenspruch 4. Advent)

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Gedanken zum September 2014

Gott hat uns nicht gegeben einen Geist der Verzagtheit, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Zuversicht.

2. Tim. 1,7

Heute Morgen wurden die Höhenzüge um Großwaltersdorf bereits von grauen Nebelschwaden eingehüllt. Obwohl wir meteorologisch noch Sommer haben, erinnert mich in diesen Tagen Anfang-Mitte September, in denen ich diese Andacht für das neue Gemeindeblatt schreibe, manches schon an den Herbst. Bald werden auch die Bäume ihr Laub abwerfen und die Vögel werden sich für ihren Flug in den Süden rüsten. Die Sonne wird mehr und mehr ihre Kraft einbüßen und die Tage werden merklich kürzer sein. Viele von Ihnen werden wieder auf den Gräbern Laternen aufstellen und ich werde ihr Licht von meinem Arbeitszimmer aus sehen können, wenn es dunkel ist. Herbst heißt vom Sommer, von der Wärme, von den Blumen, vom Sonnenlicht und langsam vom Jahr Abschied zu nehmen.

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Gedanken zum Juli 2014

Sommerzeit ist Blumenzeit. Mancherorts blühen jetzt wunderschöne Wildblumen, roter Klatschmohn, weiße Margeriten, weiße Schafgarbe, blaue Glockenblumen und andere Blüten in Gelb, Blau, Rot, Lila und Weiß.
Die Farben der Natur sind niemals eintönig, sondern bunt gemischt, wie unser Leben auch. Überhaupt ist so eine Wildblumenwiese ein schönes Gleichnis für das Menschenleben mit seinem Kommen und Gehen, seinem Wachsen und Vergehen.

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Monatsspruch Juni 2014

Wenn ich mit Konfirmanden über das Thema Kirchenjahr spreche, merke ich, wie schwer das zu erklären ist: Pfingsten. Weihnachten ist da einfacher: da wird ein Kind geboren, in ärmlichen Verhältnissen, aber doch Gottes Sohn. Auch Karfreitag und Ostern lässt sich gut veranschaulichen: Jesus stirbt am Kreuz und steht am dritten Tag wieder auf. Aber wie erklärt man Pfingsten? Auch dem Evangelisten Lukas, der in seiner Apostelgeschichte das erste Pfingstfest beschreibt (Kapitel 2), ist eine gewisse Verlegenheit abzuspüren. Er erzählt von einem Rauschen wie von einem starken Wind. Und dann erscheinen der verängstigen Schar der Schüler von Jesus so etwas wie züngelnde Flammen. Und das Ganze hat mit Gottes Geist, dem Heiligen Geist zu tun. Den kann man nicht sehen, man kann ihn nur mit Bildern beschreiben (Wind, Feuer). Aber man kann seine Wirkungen wahrnehmen! Wo Gottes Geist wirkt (auch heute!), da ist  Aufbruch statt Resignation. Da werden Christen mutig, Jesus zu bekennen und in seinem Namen für andere da zu sein. Wo Gottes Geist wirkt, da sammelt sich Gemeinde, um gemeinsam auf Gottes Wort zu hören, zu beten und miteinander Abendmahl zu feiern. Wo Christen Gottes Geist Raum in ihrem Leben geben, da werden sie verändert, da wächst etwas Neues. „Früchte“ nennt Paulus das im Monatsspruch für Juni.

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Predigt zum Ostersonntag 2014 über 1.Korinther 15, 19-29

Liebe Gemeinde,

in der Karwoche sitzt ein Pfarrer bei Bier in der Dorfkneipe und spielt mit seinen Skatbrüdern eine Partie Karten. Der Pfarrer meint den anderen überlegen zu sein, und bringt deshalb eine kühne Wette auf den Plan. Wenn er im Skatspiel verlieren sollte, würde er allen Leuten in der Kneipe die Rechnung des heutigen Abends bezahlen. Aber dann geschieht das für ihn so Unerwartete, er macht den letzten Platz. Ist es an sich schon merkwürdig, dass ein Pfarrer in der Karwoche bei Bier in der Kneipe sitzt, so muss man über diesen auch noch sagen, dass er ein schlechter Verlierer ist. Er streitet vehement ab, überhaupt jemals diese Wette eingegangen zu sein. Er zetert so lange, bis sich seine Skatbrüder auf einen Kompromiss einlassen. Seine Spielschuld wird ihm erlassen, wenn es ihm gelingen sollte, in der Osterpredigt dreimal das Wort „Trumpf“ einzubauen. Die Tage bis Ostern ist das ganze Dorf in großer Spannung, ob und wie der Pfarrer die schwierige Aufgabe bewerkstelligen würde. Am Ostersonntag ist die Kirche voll wie sonst nie und eine angespannte Stille herrscht, als der Pfarrer auf die Kanzel steigt. Was würde er jetzt sagen? Dann beginnt er seine Predigt und erzählt: „Als das Grab am Ostermorgen leer war, da rief Gott Trumpf, Trumpf, Trumpf.“

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Die Ostergeschichte

Als der Sabbat vorbei war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren.

Ganz früh am Sonntagmorgen, als die Sonne gerade aufging, kamen sie zum Grab. Unterwegs hatten sie sich überlegt, wer ihnen den Stein vom Grabeingang wegrollen könnte, denn er war sehr groß.

Aber als sie hinsahen, bemerkten sie, dass der Stein schon entfernt war.

Sie gingen in die Grabhöle hinein und sahen dort auf der rechten Seite einen jungen Mann in einem weißen Gewand sitzen.

Sie erschraken heftig. Er aber sagte zu ihnen: "Habt keine Angst! Ihr sucht Jesus aus Nazareth, der ans Kreuz genagelt wurde.

Er ist nicht hier; Gott hat ihn vom Tod erweckt! Hier seht ihr die Stelle, wo ergelegen hat. Und nun geht und sagt es seinen Jüngern und Petrus:

'Er geht euch nach Galiläa voraus. Dort werdet ihr ihn sehen, genau, wie er es euch gesagt hat.'"

 

Da verließen sie die Grabhöle und flohen. Sie zitterten vor Entsetzten. Und weil sie solche Angst hatten, erzählten sie niemand etwas davon.

(Markus 16, 1-8)

„Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“

(Joh 16,20 Monatsspruch April)

Verängstigt blicken die Jünger drein, als sie da mit Jesus beisammen sitzen und er Ihnen offenbart, dass sie nur noch eine kleine Weile beisammen sein werden. Es ist die letzte gemeinsame Zusammenkunft der dreizehn, bevor Jesu grausam am Kreuz hingerichtet wird, wovon die Jünger noch nichts wissen. Sie fragen sich ängstlich und sorgenvoll: Was bedeutet das, noch eine kleine Weile? Wie lange wird diese kleine Weile dauern? Wie wird es weiter gehen ohne Jesus, wird überhaupt weitergehen, was so gut angefangen hat?

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„Gott nahe zu sein ist mein Glück.“

(Psalm 73,28 – Jahreslosung 2014)

Liebe Gemeinde,
am 1. Advent werden wir sie wieder aufhängen, die Adventssterne aus Herrnhut. Sie werden uns den Weg bis zum Weihnachtsfest erleuchten, wo wir Gott ganz nahe sind, wo Gott uns ganz nahe kommt. Wo wir uns dankbar daran erinnern können, dass Gott in Christus Mensch wurde. „Gott nahe zu sein ist mein Glück“, heißt es in der Jahreslosung für 2014 aus Psalm 73. Doch wird die Zeit kommen, in der wir die Sterne wieder abhängen und einpacken, in der also das adventlich-weihnachtliche Sternenlicht verlischt. Wie wird es im kommenden Jahr mit dem Glück und der Nähe Gottes weiter gehen? Wird uns das Glück hold sein, wird uns Gott nahe sein? In der heutigen Zeit sagt man oft – auch unter Theologen –, dass gelungenes Leben Glück bedeutet. Aber was ist, wenn das neue Jahr Unglück beschert, was niemand hofft?

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Zugang zur Präsentation von Pfr. Kutsche - Thema Organspende

Wer gern die Präsentation von Pfr. Kutsche vom Gemeindeabend zum Thema Organspende herunterladen möchte, kann das als registierter Benutzer von kirche-eppendorf.de hier tun: Präsentation Organspende


Alternativ können Sie auch eine Mail an den Admin mit Angabe des gewünschten Formats (pptx, ppt oder pdf) schicken, dann wird er Ihnen die Präsentation zukommen lassen.

Monatsspruch Oktober 2013

„Gutes zu tun und mit anderen zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.“ (Hebräer 13,16)

Liebe Gemeinde, erinnern Sie sich noch, was Sie im Oktober 1989 gemacht haben? Den 7. Oktober 1989 habe ich in Karl-Marx-Stadt bei einem Schweigemarsch oppositionell gesinnter Menschen erlebt. Was damals geschah werde ich nie vergessen. Die still protestierende Menschenmenge, dahinter in einigem Abstand eine grüne Front aus Polizei und Kampftruppen, irgendwann ein Wasserwerfer und eine Barriere aus Armeefahrzeugen und zwischen all dem plötzlich ein Ruf: „Bruder, schlag den Bruder nicht!“

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Danke für die Hilfe!

Wenn einer spricht, dann Worte Gottes; wenn einer dient, dann aus der Kraft, die Gott ihm schenkt, damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus; ihm sei die Herrschaft in Ewigkeit.

1. Petrus 4, 11

Genau das durften wir erfahren, als am 9. Juni gleich zweimal unser Haus eine Insel war und das Wasser in Keller, Abstellraum und Garagen drang. Es hatte nicht lange aufgehört zu regnen, da waren bereits die ersten Helfer da mit den Worten: „Wir haben von eurer Not gehört; wie können wir euch helfen?“ Dann haben wir gespürt wie Mitmenschen ihre Kraft und auch Technik für uns eingesetzt und ihren freien Sonntag geopfert haben. Auch als die zweite Flut über uns hereinbrach und der Keller nochmals ausgepumpt werden musste, haben sie nicht aufgegeben.

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Gott entdecken - Impuls zum Monatsspruch Juni 2013

Gott macht sich uns bekannt. Und zwar durch das Schöne, was wir erleben. Durch Freude, die wir erfahren, durch die Fülle in seiner Schöpfung, durch gute „Zufälle“. Es hätte ja gereicht, wenn Gott eine Sorte Blumen geschaffen hätte, eine Tierart. Stattdessen können wir eine riesige Fülle sehen. Gott macht sich dadurch bekannt. So behauptet es zumindest Paulus in der Apostelgeschichte, aus der der Monatsspruch für Juni genommen ist: „Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt.“ (Apostelgeschichte 14,17)

Ist uns dieser Gedanke eher nah, oder eher fremd? Vielleicht müssen wir es wieder neu lernen, Gott auch darin zu entdecken.

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Christsein im Beruf - 08.07.2012

Bibeltext: Lukas 5,1-11


Jesus begegnet Simon, dem Fischer, und er trifft ihn nicht in einer Kirche, sondern im Beruf. Er führt ihn nicht weg vom See, sondern hinaus auf den See.  Er sagt nicht: „Vergiss jetzt mal deine Fische“, sondern er macht gerade die Fische zum Thema.

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