Osterimpuls 2018

Eine der schönsten Ostergeschichten hat der Evangelist Lukas aufgeschrieben. Es ist der erste Ostersonntag und zwei traurige Gestalten sind auf dem Weg nach Hause. Ihre Hoffnungen hatten sich zerschlagen. Sie sind desillusioniert. Welche Hoffnungen hatten sie in diesen Jesus von Nazareth gesetzt und dann das: In tiefer Schande war er an einem Kreuz hingerichtet worden. Es war aus. So hatten sie sich das nicht vorgestellt. Auf dem Weg am Nachmittag des Ostersonntags gesellt sich ein Fremder zu ihnen und spricht mit ihnen über ihre zerplatzen Träume. Er korrigiert ihre Erwartungen. Er gibt ihnen eine neue Sicht. Aber dann sind sie an ihrem Ziel, dem Dorf Emmaus.
Sie bitten den Fremden bei ihnen zu bleiben. Er lässt sich einladen. Er zerbricht, wie damals zum Beginn einer Mahlzeit üblich, ein Stück Brot und spricht einen Danksegen. Und da erkennen sie ihn: Es ist der auferstandene Jesus selbst, der mit ihnen in ihrer Trauer unterwegs war. Und sie wussten es nicht! „Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege"- so sagt einer der beiden nach dieser seltsamen Begegnung.

 

Vielleicht gehen wir ja auch manchmal als enttäuschte Leute durchs Leben. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Manche Entwicklung in der Kirche, aber auch in unseren Gemeinden macht mir Sorgen. Wir werden in Zukunft wohl weniger, älter und ärmer. Und ich schaue auf diese Entwicklungen mit einer gewissen Ohnmacht. Wenn wir doch wieder entdecken könnten, dass der auferstandene Jesus Christus auch in schwierigen Zeiten bei uns ist. Wenn auch in uns wieder (auch bei kleiner Zahl!) das Herz brennt, wenn er durch sein Wort mit uns redet und uns zurechtbringt und korrigiert.

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Osterfest und die feste Gewissheit:
Der Herr ist wahrhaftig auferstanden. (Lk. 24,34)

Im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher grüßt Sie Ihr Pfr. Tom Seidel