Impuls Passionszeit 2018

In den nächsten Wochen feiern wir unsere Gottesdienste in der Passionszeit. Sie beginnt mit dem Aschermittwoch und ist die Vorbereitungszeit auf das Osterfest. In früheren Zeiten hatte dieser Zeitabschnitt den Charakter einer Bußzeit. Während dieser Zeit bereiteten sich Büßer auf die Wiederaufnahme in die Gemeinde am Gründonnerstag vor. Heute wird diese Zeit von vielen Christen als Fastenzeit genutzt. Verzicht zu üben ist sicher sinnvoll, gerade in unserer so übersättigten Zeit, wo alles immer zur Verfügung zu stehen scheint.

Vielleicht sollten wir aber auch den zweiten Aspekt dieser Zeit stärker für uns wiederentdecken: Buße. Das hat in der Bibel weniger mit einer Strafe für begangene Vergehen zu tun (im Sinne von Bußgeldbescheid für falsches Parken etwa), als vielmehr mit einem Überdenken des eigenen Lebens im Angesicht Gottes. Wo habe ich mich von Gott entfernt? Wo lebe ich mit meinem Nächsten, vielleicht sogar in der eigenen Familie, im Unfrieden? Wo sind Schritte aufeinander zu angesagt? Wo muss ich etwas in meinem Verhalten, meinen Gewohnheiten ändern, damit ich Gott wieder näher komme? Buße im Sinne der Bibel hat eher die Bedeutung „Umkehr“. Umkehr von falschen Wegen und hin zu Gott. Das kann natürlich wehtun, weil wir unseren „inneren Schweinehund“ überwinden müssen, es ist aber in der Bibel eher etwas, was mich im Leben weiterbringt. Der Pfarrer Julius Schniewind hat deshalb ein Buch mit dem Titel „Die Freude der Buße“ geschrieben. Lassen sie sich einladen, diese Zeit für sich neu zu entdecken, auch mit den vielfältigen Angeboten, die unsere Kirchgemeinden dafür bieten.

Es grüßt Sie auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Tom Seidel