„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“:

Zum besseren Verständnis des Gottesdienstes - Teil 4: Abendmahl und Segen

Der Gottesdienst wird entweder gleich nach den Fürbitten mit dem Segen des Pfarrers beendet, dann sagen wir „Predigtgottesdienst“. Oder es schließt sich das Heilige Abendmahl mit der Abendmahlliturgie an, dann sprechen wir vom „Abendmahlsgottesdienst“.

In der Liturgie zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl erklingt als erstes das große Lobgebet (lateinisch: „Präfation“), dass der Pfarrer zumeist singt. Daran schließt sich das „Heilig, Heilig, Heilig“ (lateinisch: „Sanctus“) an. Es geht zurück auf den Gesang der himmlischen Engel in Jesaja Kapitel 6, Vers 3: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“. Darauf folgt das wichtigste Gebet der Christenheit, das Vaterunser. Es wird in allen christlichen Konfessionen gleichermaßen gebetet und ist das einzige Gebet, welches Jesus gelehrt hat.

Wegen der vierten Bitte, „unser täglich Brot gib uns heute“, gehört es traditionell in die Abendmahlsliturgie. Die vom Pfarrer gesungenen oder gesprochenen Einsetzungsworte stehen schon im Neuen Testament (1. Korinther 11,23-25, Matthäusevangelium 26,26-28) und erinnern an die Stiftung des Abendmahles durch Jesus. Sie sind für jede Abendmahlsfeier unbedingt notwendig. Denn wenn der Pfarrer das Kreuz über Brot und Wein schlägt werden diese beiden Abendmahlselemente in Leib und Blut Jesu Christi verwandelt. Während die katholische Kirche davon ausgeht, dass die einmal verwandelten Abendmahlselemente für immer Leib und Blut Christi sind, sprechen wir Lutherischen davon, dass sie nur während des Abendmahls in Leib und Blut umgewandelt sind (nach dem Abendmahl sind sie wieder wie zuvor Brot und Wein). Die Vorbereitung des Abendmahls endet mit dem gesungenen Gebet „Christi, du Lamm Gott, der du trägst die Sünd der Welt“ (lateinisch: „Agnus Dei“). Damit erinnern wir, dass Jesus für uns am Kreuz gestorben ist und bitten um Jesu Erbarmen („erbarm dich unser“). Wenn im Abendmahl Brot und Wein ausgeteilt werden, ist Christus schließlich selbst gegenwärtig.

Unser Gottesdienst endet mit „Sendung und Segen“. In der Sendung heißt es: „Gehet hin im Frieden des Herrn“. Damit ist nicht nur gemeint, dass wir nach dem Gottesdienst in friedlicher Stimmung nach Hause gehen, sondern auch, dass wir gestärkt durch Gottes Zuspruch den Frieden Gottes aus den Kirchenmauern hinaus in die Welt tragen sollen. Beim Segen spricht der Pfarrer in der Regel den sogenannten „Aaronitischen Segen“ aus 4. Mose Kapitel 6, Verse 24-26, ein uraltes israelisches Segensgebet. 

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