Wie die Kinder - Monatsspruch September 2015

Auf der Wiese vor dem Haus blühen Margeriten, orange-rotes Habichtskraut, Glockenblumen, Giersch und Johanniskraut um die Wette. Mancher Erwachsener läuft achtlos darüber hinweg und zertritt die Blüten, für ihn sind sie allenfalls Unkraut. Emma, ein Mädchen im Kindergartenalter aber läuft mit einem Lachen auf die Wiese und pflückt sich einen blühenden Sommerstrauß davon. Mit Begeisterung bringt sie ihn der Mutter. Kinder haben sich Eigenschaften bewahrt, die wir Erwachsenen manchmal längst verloren haben: Kinder sind staunende Entdecker.

Kinder können sich so richtig freuen. Kinder sind mit Begeisterung und Kreativität bei einer Sache. Kinder sind achtsam für die kleinen, unscheinbaren Dinge des Lebens und dieser Welt. Kinder handeln manchmal noch völlig zweckfrei, einfach weil sie begeistert sind. Bei uns Erwachsenen dreht es sich dagegen oft nur um das eigene Vorankommen, um den eigenen Erfolg. Unser Handeln ist wohlkalkuliert und verzweckt. Wir fragen: Was bringt es mir? Jesu Jünger sind dafür ein schönes Beispiel, wenn sie sich darum streiten, wer von ihnen der Größte im Himmelreich ist. Jesus gibt ihnen als Antwort: "Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen" (Matthäus 18,3). Das ist es: Wir Großen sollen wieder achtsam werden für die kleinen Dinge, wir sollen wieder staunen können wie die Kinder, wir sollen unser Handeln nicht nur irgendwelchen Zwecken unterordnen, wir sollen dankbar sein und uns freuen, wie Kinder es können. Dadurch werden wir erkennen: Auch die Blumenwiese vor dem Haus, von der sich Emma einen bunten Strauß gepflückt hat, ist ein Bote von Gottes herrlichem Himmelreich.