Gedanken zum Juli 2014

Sommerzeit ist Blumenzeit. Mancherorts blühen jetzt wunderschöne Wildblumen, roter Klatschmohn, weiße Margeriten, weiße Schafgarbe, blaue Glockenblumen und andere Blüten in Gelb, Blau, Rot, Lila und Weiß.
Die Farben der Natur sind niemals eintönig, sondern bunt gemischt, wie unser Leben auch. Überhaupt ist so eine Wildblumenwiese ein schönes Gleichnis für das Menschenleben mit seinem Kommen und Gehen, seinem Wachsen und Vergehen.

Blumen kommen und gehen mit den Jahreszeiten und mit ihnen kommen und gehen auch die Farben einer solchen Wiese. Wir haben das in diesem Frühjahr auf unserer Pfarrwiese erleben dürfen. Auch in meinem Leben kommen und gehen mit den Jahren die Farben. So ziert inzwischen das erste Grau meine Haare, noch sind es nur vereinzelte Strähnen, aber ich ahne, einmal werden es wohl viele sein. Die Wildblumenwiese lehrt mich, so einen Wandel gelassen anzunehmen. Denn die Farben und die Blumen unserer Wiesen sind zu jeder Jahreszeit aufs Neue schön. Genauso sehr hat auch jedes Lebensalter seine Zeit und seinen Wert. Auch ein altes Gesicht voller Falten kann Schönheit ausstrahlen. Auch ein graues Haar kann noch attraktiv wirken. Auch  ein Mensch im Altenpflegeheim, der zeitlich und örtlich nicht mehr orientiert ist, hat einen Wert als Mensch. „Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit auch und jede Tugend  zu ihrer Zeit“ schreibt Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“ und weiter: „So sollen wir heiter Raum um Raum durchschreiten.“ Die Lebensalter und Lebensstufen und die Erfahrungen, die wir beim Durchschreiten sammeln, machen unser Leben reich und geerdet  und schön und bunt wie eine Wildblumenwiese. 

Im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher wünscht Ihnen Ihr Pfr. Tobias Schwarzenberg einen heiteren, farbenfrohen Spätsommer.

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