Monatsspruch Juni 2014

Wenn ich mit Konfirmanden über das Thema Kirchenjahr spreche, merke ich, wie schwer das zu erklären ist: Pfingsten. Weihnachten ist da einfacher: da wird ein Kind geboren, in ärmlichen Verhältnissen, aber doch Gottes Sohn. Auch Karfreitag und Ostern lässt sich gut veranschaulichen: Jesus stirbt am Kreuz und steht am dritten Tag wieder auf. Aber wie erklärt man Pfingsten? Auch dem Evangelisten Lukas, der in seiner Apostelgeschichte das erste Pfingstfest beschreibt (Kapitel 2), ist eine gewisse Verlegenheit abzuspüren. Er erzählt von einem Rauschen wie von einem starken Wind. Und dann erscheinen der verängstigen Schar der Schüler von Jesus so etwas wie züngelnde Flammen. Und das Ganze hat mit Gottes Geist, dem Heiligen Geist zu tun. Den kann man nicht sehen, man kann ihn nur mit Bildern beschreiben (Wind, Feuer). Aber man kann seine Wirkungen wahrnehmen! Wo Gottes Geist wirkt (auch heute!), da ist  Aufbruch statt Resignation. Da werden Christen mutig, Jesus zu bekennen und in seinem Namen für andere da zu sein. Wo Gottes Geist wirkt, da sammelt sich Gemeinde, um gemeinsam auf Gottes Wort zu hören, zu beten und miteinander Abendmahl zu feiern. Wo Christen Gottes Geist Raum in ihrem Leben geben, da werden sie verändert, da wächst etwas Neues. „Früchte“ nennt Paulus das im Monatsspruch für Juni.

Früchte wachsen nicht nur auf den Feldern und an Bäumen, sondern im Leben von Christen. Und was sind das für welche? Paulus schreibt: Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (Galater 5,22-23). Können Sie diese „Früchte“ in ihrem eigenen Leben erkennen? Wenn ich ehrlich bin, dann muss ich bekennen: Das ist in meinem Leben nicht immer zu sehen. Ich bleibe darauf angewiesen, dass Gott mich immer wieder mit seinem Geist erfüllt und seine guten Früchte in mir wachsen lässt. Und so betet die Christenheit seit alter Zeit:

Komm herab, o Heil‘ger Geist, der die finstre Nacht zerreißt,

strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt, komm, der gute Gaben gibt,

komm, der jedes Herz erhellt. (Stephan Langton)

Im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher grüßt Sie Ihr Pfr. Tom Seidel.

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