„Eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“

(Joh 16,20 Monatsspruch April)

Verängstigt blicken die Jünger drein, als sie da mit Jesus beisammen sitzen und er Ihnen offenbart, dass sie nur noch eine kleine Weile beisammen sein werden. Es ist die letzte gemeinsame Zusammenkunft der dreizehn, bevor Jesu grausam am Kreuz hingerichtet wird, wovon die Jünger noch nichts wissen. Sie fragen sich ängstlich und sorgenvoll: Was bedeutet das, noch eine kleine Weile? Wie lange wird diese kleine Weile dauern? Wie wird es weiter gehen ohne Jesus, wird überhaupt weitergehen, was so gut angefangen hat?

Was die Jünger erleben, erleben Menschen bis heute. Ich stelle mir eine Frau vor deren Freund ankündigt, die Beziehung beenden zu wollen - „Noch eine kleine Weile, dann zieh ich aus.“ Oder einen Mann, der vom Arzt mit der schweren Diagnose konfrontiert wird – „Sie haben noch eine kleine Weile zu leben.“
Aber, was die Jünger noch nicht wissen: Sie werden auch Ostern erleben, die Auferstehung Jesu. Ostern wird sie verwandeln. Aus den verängstigten Jüngern, die zitternd die Abschiedsworte Jesu hören, werden die Apostel, die mit Mut und Zuversicht die frohe Botschaft von Jesus, dem Christus,   in die Welt hinaus posaunen. Ostern, das ist Verwandlung: Ängste verwandeln sich in Mut, aus Sorge wird Zuversicht, Zweifel werden zu Gottvertrauen. Auch das erleben Menschen bis heute. Ich denke an den Menschen, der die Umwege seines Lebens im Rückblick als Fügungen Gottes deuten kann. Menschen, die so etwas in ihrem Leben erfahren haben, die wirken wie verwandelt und wie befreit von einer großen Last, an denen spürt man etwas von der Osterfreude. Solche Ostererlebnisse lassen sich gewiss nicht verordnen. Und ich will nicht verschweigen, dass es auch Menschen gibt, die vielleicht noch immer darauf warten, dass sich etwas in ihrem Leben ändert. Doch mit der Auferstehung Jesu Christi hat Gott ein Hoffnungssignal gesetzt – Tränen und Leid werden einmal nicht mehr sein, statt dessen Freude, übergroße Freude, Osterfreude für uns alle!
 
Im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest, Ihr Pfr. Tobias Schwarzenberg.

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