„Gott nahe zu sein ist mein Glück.“

(Psalm 73,28 – Jahreslosung 2014)

Liebe Gemeinde,
am 1. Advent werden wir sie wieder aufhängen, die Adventssterne aus Herrnhut. Sie werden uns den Weg bis zum Weihnachtsfest erleuchten, wo wir Gott ganz nahe sind, wo Gott uns ganz nahe kommt. Wo wir uns dankbar daran erinnern können, dass Gott in Christus Mensch wurde. „Gott nahe zu sein ist mein Glück“, heißt es in der Jahreslosung für 2014 aus Psalm 73. Doch wird die Zeit kommen, in der wir die Sterne wieder abhängen und einpacken, in der also das adventlich-weihnachtliche Sternenlicht verlischt. Wie wird es im kommenden Jahr mit dem Glück und der Nähe Gottes weiter gehen? Wird uns das Glück hold sein, wird uns Gott nahe sein? In der heutigen Zeit sagt man oft – auch unter Theologen –, dass gelungenes Leben Glück bedeutet. Aber was ist, wenn das neue Jahr Unglück beschert, was niemand hofft?

Ist das Leben dann misslungen, gescheitert, ist Gott dann etwa nicht nahe bei uns gewesen? Der Beter, der Psalm 73 geschrieben hat, sieht es ganz anders. Er hat wohl in seinem Leben viel Unglück durchlebt. Er sagt von sich: „Ich werde ja täglich gepeinigt, ständig bin ich vom Unglück verfolgt.“ Trotz all dem schreibt er wenige Zeilen später: „Und dennoch gehöre ich zu dir! Du hast meine Hand ergriffen und hältst mich; du leitest mich nach deinem Plan und holst mich am Ende in deine Herrlichkeit.“ Am Schluss seines ergreifenden Gebets steht dann die neue Jahreslosung: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ Der Beter des 73. Psalms hat die Erfahrung gemacht, dass Gott noch in den schwersten Zeiten des Lebens bei ihm war – „Und dennoch gehöre ich zu dir!“, wie er sich ausdrückt. Glück findet er nicht im gelungenen Leben, sondern in der Nähe Gottes, die durch glückliche wie auch unglückliche Zeiten hindurch trägt.  Wenn wir nach Weihnachten die Adventssterne abhängen, dann will uns die Jahreslosung von der Erfahrung des Psalmbeters erzählen. Möge seine Hoffnung uns alle durch das neue Jahr begleiten, wie uns das Licht der Herrnhuter Sterne Jahr um Jahr zum Weihnachtsfest führt.

Im Namen aller Mitarbeiter und Kirchvorsteher grüßt Sie Ihr Pfr. Tobias Schwarzenberg