Predigten & Impulse

Hier versuchen wir immer mal wieder schon gehaltene Predigten in schriftlicher Form zu veröffentlichen.

Wir wünschen Ihnen Gottes reichen Segen und ein »hörendes Herz«!

Sie können uns natürlich gern an Ihren Erfahrungen, sowie Kritik & Lob in Form eines Kommentars teilhaben lassen oder eine persönlichen Nachricht an unsere Pfarrer schicken.

Monatsspruch August 2017

In unserem Land stehen Christen nicht wegen ihres Glaubens vor Gericht. Doch das ist nicht überall auf der Welt so. Für den Missionar Paulus damals gehörten größere Anfeindungen zur Tagesordnung. Wieder einmal soll ihm wegen seiner Verkündigung des christlichen Glaubens der Prozess gemacht werden. Darum steht er vor dem König Agrippa und dem römischen Konsul Festus vor Gericht. Zusammenfassend sagt Paulus in seiner Verteidigungsrede: „Aber Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge bei Groß und Klein“ (Apg 26,22 Monatsspruch August). Solch ein Zeugnis stellt der Apostel Paulus der treuen Fürsorge Gottes aus. Seine Lebensumstände scheinen gegen Gottes Beistand zu sprechen. Paulus ist gefangen und weiß nicht, wie es weitergeht. Dennoch bezeugt er von Gott, niemals enttäuscht worden zu sein. Wie oft war ich schon von Gott enttäuscht, weil ich mich über ihn täuschte. Manche Christen glauben, Gott sei dafür zuständig, uns ein möglichst beschwerdefreies Leben zu garantieren. Das aber ist uns Christen nicht verheißen. Allerdings verspricht Gott seinen Beistand denen, die bereit sind, auf seinen Wegen zu gehen. Deshalb kann Paulus auch sagen: „Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag.“„ … Bis zum heutigen Tag“: Freitag, der 6. Juli 2017. Wie geht es bei mir weiter? Bin ich der Zukunft ohnmächtig ausgeliefert? Paulus hätte das denken können. Was hätte ich in einer solchen Lage vor Gericht gesagt? Wäre meine ganze Bitterkeit über die ungerechte zweijährige Freiheitsberaubung ausgebrochen? Hätte ich die Menschen angeklagt, die mir so übel mitgespielt hatten? Von Paulus lesen wir so was nicht. Paulus freut sich vielmehr über die ausgezeichnete Gelegenheit, die Botschaft von Jesus zu sagen. Das ist seine Lebensaufgabe. Sofort tritt alles andere in den Hintergrund. Paulus schildert, wie Jesus ihn verändert hat und wie er sich nun gern für ihn engagiert. „Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag …“Wer so zurück schaut, kann getrost in die Zukunft gehen. Am Ende seiner Rede wirkt Paulus nicht mehr wie ein Angeklagter vor dem jüdischen Herrscher, sondern da ist nur noch der Zeuge des himmlischen Herrschers zu hören und zu sehen.

Impuls Juni 2017

Wofür beten wir? Da hat jeder von uns sicher so seine eigenen Themen, die ihn beschäftigen und auf der Seele brennen. Da sind sicher zunächst die Dinge, die ganz nah sind: für eine gute Arbeit und um Gesundheit, für die Familie und die Menschen, die mir sonst nah sind. Und dann gibt es die Themen, die nicht so nah, aber dennoch wichtig sind: der Friede in der Welt und in unserem Land. Ich bete um Weisheit für diejenigen, die unser Land, unsere Dörfer regieren. Auch für unsere Kirche (ja, die hat es ganz besonders nötig!) und alle Leitenden in dieser turbulenten und unübersichtlichen Zeit.

 

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Monatsspruch Mai 2017

Es ist ein herausfordernder Monatsspruch, der uns für den Monat Mai gegeben ist: „Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt.“ (Kolosser 4,6)

Um es gleich vorweg zu nehmen: Es geht hier nicht nur um öffentliche Reden von Politikern oder Predigten von Pfarrern. Es geht um unsere alltägliche Kommunikation. Es geht um die Gespräche in der Familie, der Nachbarschaft, auf Arbeit, im Dorf. Wie oft höre ich da, dass die Gerüchteküche brodelt und eher unfreundlich übereinander gesprochen wird. Viel besser wäre es doch, nicht übereinander, sondern miteinander zu reden. Und, jetzt kommt die Herausforderung, freundlich miteinander reden. Das setzt voraus, das ich mein Gegenüber in seiner Andersartigkeit akzeptiere und offen für ihn bin. Was wäre für unser Miteinander gewonnen, wenn wir uns angewöhnen würden, freundlich miteinander zur reden!Aber dabei bleibt Paulus nicht stehen. Er fügt noch eins hinzu: Eure Rede sei mit Salz gewürzt. Das ist für unsere Ohren nicht sofort eingängig. Was soll das bedeuten? Wir kennen in unserer Sprache eine andere Redewendung: „eine gepfefferte Rede halten“. Damit meinen wir: mal so richtig vom Leder ziehen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Was Paulus sagt geht aber meines Erachtens  noch mal in eine andere Richtung. Vielleicht macht man sich dieses Bildwort am besten an seinem Gegenteil klar: Ein ungesalzenes Essen schmeckt fad. Es hat keinen Geschmack. Da fehlt etwas. Und eine ungesalzene Rede ist ebenso fad, belanglos, man müsste auch nichts sagen… Das heißt: was wir sagen, soll Inhalt haben, der Wahrheit entsprechen, belangvoll sein und den anderen weiterbringen – eben mit Salz gewürzt sein. Und genau hier sehe ich für uns die Herausforderung diese Monatsspruchs: freundlich sollen wir reden – und zugleich mit Salz gewürzt. Eben nicht dem anderen die Wahrheit wie einen nassen Waschlappen um die Ohren hauen, sondern ihn eher wie in einen wärmenden Mantel darin einhüllen. Ihm auch nicht nur in scheinbarer Freundlichkeit nach dem Mund reden, sondern in einer guten Weise seine eigene Meinung vertreten.Ich kenne Menschen, die das für mein Empfinden gut können. Und ich bewundere das und versuche, es nachzumachen. Und Sie?

Bist du es?

Johannes der Täufer fragt Jesus aus dem Gefängnis heraus: „Bist du es, … oder sollen wir auf einen andern warten?“  Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch die Texte des Matthäusevangeliums: Neugeborenes Kind in Bethlehem – bist du der König, der uns Frieden bringt, oder sollen wir auf einen andern warten? Kämpfer für die Armen und die Übersehenen – bist du der von Gott Gesandte oder bist du nur ein Träumer? Vertrauter, der uns in der Not allein lässt und dann plötzlich doch wieder auftaucht – bist du „Gott mit uns“ oder bist du bloß ein Gedankengespenst?

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Eine Weihnachtspredigt

Weihnachtspredigt von Pfarrer Tom Seidel

Zum Christfest 2016

Liebe Gemeinde, liebe Gäste,

es gibt wohl kaum ein Fest, dass mit so großen Erwartungen verbunden ist wie das Weihnachtsfest.
Denn zu Weihnachten, da wollen wir allen gerecht werden. Auch mit Zeit und Zuwendung:
Am ersten Feiertag besuchen wir meine Eltern und am zweiten deine, am 27. die Familie meiner Schwester und am 28. die Familie deines Bruders. So war es immer und basta.“

Der Erwartungsdruck geht, zumindest zu großen Teilen, von uns selbst aus, oder? Wir wollen eine blitzsaubere Wohnung, geschmackvoll dekoriert, ein gekonnt zubereitetes Festessen und eine entspannt-fröhliche Atmosphäre. Kurz: Der Druck wächst, eine „heile“, eine irgendwie vorzeigbare Familie zu sein. Wenigstens für die Zeit ab dem dritten Advent.

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Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen

Wir gehen in die Abstellkammer, die Kinder voran. Ihre Augen leuchten ein bisschen heller als sonst. Vom Regal holen wir die Weihnachtskisten herunter. Die „Männeln“ werden sanft aus ihrem Jahresschlaf geweckt, um für ein paar Wochen an unserem Leben teilzuhaben. Jede Figur, jedes Stück hat seine eigene Geschichte. Den Vogelfänger-Räuchermann habe ich als kleiner Junge beschenkt bekommen, ihm fehlt schon lange die Feder auf dem Hut und innen ist er ganz schwarz geräuchert. Den Engel mit dem Kerzenständer, den haben wir unserer Mareike zu ihrem ersten Weihnachtsfest geschenkt. Und zu den Krippenfiguren bekommt Dorothee von ihrer Patentante zu jedem Weihnachtsfest zwei weitere dazu geschenkt. Ich liebe die Vortage vor dem ersten Advent, wenn mit den „Männeln“ allmählich die Adventsstimmung bei uns einzieht. Ich spüre: „Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Wächter auf den Morgen.“ (Ps. 130,6 – Monatsspruch Dezember 2016). Ich erlebe bei mir in diesen voradventlichen Tagen eine große Sehnsucht nach Gott. Aber ich spüre auch, ich kann Gottes Anwesenheit nicht einfach herstellen. Ich muss warten, dass Gott bei mir einzieht. Ich merke: Ich muss mir und Gott Zeit lassen.

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„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“:

Zum besseren Verständnis des Gottesdienstes - Teil 4: Abendmahl und Segen

Der Gottesdienst wird entweder gleich nach den Fürbitten mit dem Segen des Pfarrers beendet, dann sagen wir „Predigtgottesdienst“. Oder es schließt sich das Heilige Abendmahl mit der Abendmahlliturgie an, dann sprechen wir vom „Abendmahlsgottesdienst“.

In der Liturgie zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl erklingt als erstes das große Lobgebet (lateinisch: „Präfation“), dass der Pfarrer zumeist singt. Daran schließt sich das „Heilig, Heilig, Heilig“ (lateinisch: „Sanctus“) an. Es geht zurück auf den Gesang der himmlischen Engel in Jesaja Kapitel 6, Vers 3: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“. Darauf folgt das wichtigste Gebet der Christenheit, das Vaterunser. Es wird in allen christlichen Konfessionen gleichermaßen gebetet und ist das einzige Gebet, welches Jesus gelehrt hat.

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Impuls August 2016

Die Ferien sind fast vorüber, der Urlaub vorbei, ein neues Schuljahr beginnt. Mit neuer Kraft und frischen Eindrücken geht es wieder in den Alltag. Auf den Feldern und im Garten ist viel gewachsen. Von großen Unwettern sind wir größtenteils verschont worden. Ist das für uns selbstverständlich? Ist es einfach Glück, Zufall? In den Losungen stand am 29. Juni ein Satz aus der Apostelgeschichte: Gott hat sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt (Apg. 14,17).

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"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes":

Zum besseren Verständnis des Gottesdienstes – Teil 3: Verkündigung und Bekenntnis

Der zweite Teil des Gottesdienstes Verkündung und Bekenntnis ist vom Hören und vom Antworten der Gottesdienstbesucher geprägt, er ist wie ein Glaubensgespräch gestaltet. Man hört in den Lesungen und in der Predigt auf Bibeltexte. Zunächst auf einen Abschnitt aus einem Brief des Neuen Testaments (Epistel) oder auf einen Abschnitt aus dem Alten Testament und danach auf einen Auszug aus den Evangelien mit Worten oder Geschichten von Jesus. Zwischen der ersten und der zweiten biblischen Lesung singen wir als Antwort den Hallelujaruf und das Wochenlied. Das Wort Halleluja (Deutsch: Preiset Gott!) stammt aus dem biblischen Hebräisch und setzt sich zusammen aus dem Wort hillel (Deutsch: preisen, verherrlichen) und der Kurzform Jah des Gottesnamens Jahwe. So ist der Hallelujaruf ein Lobpreisruf. Das Wochenlied ist für jeden Sonntag vorgegeben und auf das Thema des jeweiligen Sonntags abgestimmt. Auf die Lesung des Evangeliums antwortet die Gemeinde mit dem Glaubensbekenntnis. Das Apostolische Glaubensbekenntnis, welches wir in aller Regel sprechen, entstammt im Kern einem alten römischen Taufbekenntnis des 2. Jahrhunderts n. Chr. und wurde in der heutigen Form im 5. Jahrhundert n. Chr. formuliert. Der zweite Teil des Gottesdienstes endet mit dem Dankgebet und den Fürbitten. Mit diesen beiden Gebeten antworten wir auf die Predigt. 

 

Monatsspruch Juli 2016

"Der Herr gab zur Antwort: Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen. Ich gewähre Gnade, wem ich will, und ich schenke Erbarmen, wem ich will."

(2. Mose 33,19 – Monatsspruch Juli)

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"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes":

Zum besseren Verständnis des Gottesdienstes – Teil 2

Unser evangelischer Gottesdienst besteht aus drei oder vier Teilen:

  1. Eingangsteil mit Eröffnung und Anrufung
  2. Verkündigung
  3. Abendmahl
  4. Sendung und Segen.

Das Abendmahl kann wegfallen. Dabei finden wir zunächst aus dem Alltag zum Beten (Teil 1), dann zum Hören auf Gottes Wort (Teil 2) und zum gemeinsamen Feiern am Tisch des Herrn (Teil 3), schließlich zurück in den gesegneten Alltag (Teil 4).

Im Eingangsteil geht es darum, Herz und Sinn auf Gott auszurichten, den Alltag außerhalb der Kirchenmauern hinter sich zu lassen und sich im Beten auf das Hören von Gottes Wort vorzubereiten. Nach der Musik zum Beginn, der Begrüßung durch den Pfarrer und dem Eingangslied folgen dazu mehrere Gebete.

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Impuls April 2016

Es gibt viele ledige Frauen auf dieser Welt.
Sie essen, trinken und gestalten ihr Leben.
Das ist wichtig und schön.
Es ist aber nicht mit dem Tag zu vergleichen, an dem ein junger, sehr gut aussehender und kluger Prinz auf eine dieser Frauen zukommt und zu ihr spricht: Ich habe lange gesucht, doch jetzt weiß ich, dass du meine Auserwählte bist.
Ich denke, das ist einer der schönsten Tage in ihrem Leben. Sie ist nicht nur eine Frau auf dieser Welt, sondern sie ist die Frau. Sie ist seine Auserwählte!
Was macht das mit ihr?

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Der Ostertermin

Wie kommt das eigentlich, dass Ostern dieses Jahr so zeitig ist? so bin ich schon hin und wieder mal gefragt worden. Im Kirchenjahr gibt es Feste, die immer am gleichen Termin gefeiert werden, so z.B. Weihnachten oder der Reformationstag. Die werden immer am 25. Dezember und am 31. Oktober gefeiert. Daneben gibt es aber auch Feste, die im Datum variieren. Und Dreh- und Angelpunkt ist da tatsächlich das Osterfest. Nach dem Osterfest richten sich viele andere Feste und Festzeiten.

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„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes"

Zum besseren Verständnis des Gottesdienstes – Teil 1

An vielen Sonntagen im Jahr erklingen in unseren Gottesdiensten die alten und wohlvertrauten liturgischen Gesänge. Wir singen mehr oder weniger bewusst oder unbewusst mit. Aber was singen wir da eigentlich? Und warum singen wir es? Welche Bedeutung haben die einzelnen „liturgischen Stücke" des Gottesdienstes? Und wie ist er eigentlich entstanden, unser evangelischer Gottesdienst? An dieser Stelle will ich unseren Gottesdienst etwas genauer erklären. Ich beginne mit einer kurzen Geschichte des Gottesdienstes.

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Jahreslosung 2016

Gott spricht: Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet.
Jesaja 66, 13

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