Turmbekrönung am 05. Juli. 2017 in Großwaltersdorf...

...das war schon eine kleine Feier wert! Spannende Momente liegen hinter uns, als am Pfingstsonntag nach dem Gottesdienst die Kapseln geöffnet wurden, die sich in der alten Turmkugel befanden. Es kamen allerhand tolle Sachen zum Vorschein: Münzen, Schriftstücke, Zeitungen von 1934 und 1981. Am interessantesten war jedoch für die meisten, was Pfarrer Baier seinerzeit in die Kapsel gesteckt hatte, denn das hat er niemandem verraten und dieses Geheimnis hat er auch mit ins Grab genommen, da er im letzten Jahr verstorben ist. Als wir die Zeitung mit seiner handschriftlichen Bemerkung zur Volkskammerwahl und seinen z.T. kritischen Bericht gelesen hatten, kannten wir den Grund für seine Geheimniskrämerei. Offenheit wäre ihm an dieser Stelle sicher nicht gut bekommen. 

Diesmal war aber nichts geheim. Pfarrer Tom Seidel und einige ehrenamtliche Mitarbeiter haben einen Bericht über die jetzige Gemeindesituation und das Geschehen seit 1981 verfasst und die Dinge zusammengetragen, die sie wichtig fanden. Jeder, der zur Feier der Turmbekrönung da war, konnte alles noch einmal betrachten und auch noch auf eine Liste seine Unterschrift setzen, die dann mit zu den Dokumenten gelegt wurde.  

Eröffnet wurde die Feier mit einem Musikstück des Posaunenchores. Pfarrer Seidel plauderte ein wenig aus dem Nähkästchen und verriet uns, wie es ihm beim Schreiben des Berichtes in seiner Familie so ergangen war. Er fand aber auch klare Worte, dass die Botschaft Jesu von Kreuz und Auferstehung und unsere damit verbundene Hoffnung auf ewiges Leben zu unseren Mitmenschen gelangen muss.  

Nach dem gemeinsamen Lied „Großer Gott, wir loben dich“, dass bestimmt viele mit ganzer Seele sangen, wurden die beiden Kapseln von Kirchvorsteher Tobias Stellmacher und Bürgermeister Axel Röthling - vom Pfarrer unterhaltsam kommentiert – mit allen alten und neuen Zeitzeugen bestückt. Neue Zugaben waren unter anderem Zeitungen, Kirchennachrichten, eine Ortschronik, eine Chronik der Partnerschaft mit der Gemeinde Friedland, der aktuelle Bericht, Münzen und das legendäre Smartphone, dass von Sven Leifer nach einem Aufruf in der Freien Presse extra per Nachtexpress aus München hergeschickt wurde. 

Die Kapseln wurden nach dem Befüllen versiegelt und von den Klempnern der Firma Wunderlich, dem Zimmermann Arndt Weise und der Architektin Frau Scholz auf den Turm gebracht. Das Kreuz und die Kugel waren, gut verpackt, schon am Nachmittag hochgezogen worden. Während die versammelte Gemeinde nach einem Glas Sekt und kleinen Häppchen die Fotoapparate zückte, wurde endlich die neue Turmbekrönung aufgesetzt und strahlte nach der Enthüllung in neuem Glanz. Der Posaunenchor hatte sich inzwischen ebenfalls in luftige Höhen begeben und spielte zur Feier des Tages noch ein paar beschwingte Stücke, so dass die Gute Botschaft mit der Musik ins Dorf getragen wurde. Und dafür wollen wir beten, dass in Zukunft nicht nur die Kirche im Dorf erhalten bleibt, sondern auch in unser Dorf wie die neue Turmbekrönung ausstrahlt.